von jb am 26.04.2008 um 15:42 in Politik & Kultur
Was haben 2raumwohnung, Götz Alsmann, BAP, Till Brönner, Yvonne Catterfeld, Roger Cicero, Culcha Candela, Samy Deluxe, DJ Ötzi, EL*KE, Dieter Falk, Herbert Grönemeyer, Max Herre, Höhner, Juli, Udo Jürgens, Ewa Karlstroem, Andreas Langenscheidt, Toni Kater, Klaus & Klaus, Alexander Klaws, Mickie Krause, Dieter Thomas Kuhn, LaFee, Udo Lindenberg, Annett Lousian, Peter Maffay, Manfred Mai, Marquess, Reinhard Mey, MIA, Michael Mittermeier, Monrose, Nobelpenner, Oomph!, Revolverheld, Rosenstolz, Jennifer Rostock, Sasha, Barbara Schöneberger, Atze Schröder, Til Schweiger, Scooter, Seeed, Ralph Siegel, Söhne Mannheims, Alexander Thies, Tokio Hotel und Sönke Wortmann gemeinsam?

Sie alle gehören zu den rund 200 teilweise prominente[n] Künstler[n] (sic!), die einen gestern vom Bundesverband Musikindustrie veröffentlichten Offenen Brief an Angela Merkel zum heutigen Tag des geistigen Eigentums unterzeichnet haben.
Darin fordern sie die Bundeskanzlerin auf, das Thema Internetpiraterie zur Chefsache zu machen. Lösungsvorschläge liefern sie gleich mit:
Auf europäischer Ebene erkennen immer Länder, dass die massenhafte individuelle Rechtsverfolgung im Internet nur eine Zwischenlösung sein kann und technologischer Fortschritt und der Schutz geistigen Eigentums nicht im Widerspruch zueinander stehen dürfen. Frankreich und England gehen hier mit beispielhaften Initiativen voran.
Wie diese beispielhaften Initiativen aussehen, beschreibt Lukas von Coffee & TV sehr anschaulich:
Die vermeintlich leuchtenden Beispiele Frankreich und England stehen für Pläne, nach denen Internetprovider ihren Kunden den Zugang abklemmen sollen, wenn diese drei Mal urheberrechtlich geschütztes Material illegal heruntergeladen haben. Mal davon ab, dass ich die technische Durchführbarkeit dieses Unterfangens bezweifle, entstammen solche Pläne doch den selben hilflosen Hirnen, die schon kopiergeschützte CDs, das Digital Rights Management und ähnliche... äh, ja, doch: Flops hervorgebracht haben.
Ein durchaus interessanter Aspekt wird beiläufig am Ende erwähnt:
Denn während etablierte Künstler noch von den Erfolgen der Vergangenheit zehren können, trifft die Internetpiraterie vor allem junge Nachwuchstalente.
Genau hier liegen aber doch die Chancen des Internets. Viele junge Nachwuchstalente benutzen ausschließlich das Internet, um über MySpace oder Jamendo kostenlos ihre Platten anzubieten. Es gibt keinen besseren Weg omnipräsenter Selbstdarstellung - vor allem für junge Künstler.
Zuletzt kann man sicher auch das Beispiel NIN anführen, die der Musikindustrie den Rücken und sich selbst 1,6 Millionen $ durch Eigenvertrieb im Internet in die Tasche gekehrt haben. Selbst die 300$ teure und streng limitierte Deluxe-Edition war innerhalb von zwei Tagen ausverkauft.

Also, liebe teilweise prominenten Künstler, liebe Musikindustrie: Anstatt arrogant zu behaupten, dass wir ohne eure Musik keine Ipods, ohne eure Filme keine Flachbildfernseher und ohne eure Breitbandinhalte keine schnellen Internetzugänge bräuchten, zeigt weniger Ignoranz und passt euch der Zeit an. Wobei mir das bei den Künstlern eigentlich auch egal ist...

Schmankerl zum Schluss: Monrose (Raubkopien als Folge des schwachen Euros...:ugly:), Gülcan (demnächst auf Pro7 mit Gülcan und Collien ziehen aufs Land...:ugly:²) und andere geben ihre kompetente Meinung ab. Und Fettes Brot verarscht alle. Scheint aber keinen zu stören. (via)
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